Auf Augenhöhe: Macron zum Antrittsbesuch bei Merkel

Frankreichs neuer Präsident Emmanuel Macron nach seiner Amtseinführung in Paris. Foto: Petr David Josek
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von KRISTINA DUNZ & CHRISTIAN BÖHMER

Berlin – Die Reise ist Symbol: Frankreichs neuer Präsident kommt zuallererst und schnell nach Deutschland. Am Sonntag Übernahme der Amtsgeschäfte und Fahrt über die Prachtstraße Champs-Élysées, am Montag Ernennung des Premierministers, dann Abflug zum Antrittsbesuch nach Berlin.

Die Bundesregierung und mit ihr viele Parteien und Bürger in Deutschland sind gespannt auf Emmanuel Macron, dessen Wahlsieg ihnen eine Auseinandersetzung mit der Rechtspopulistin und Europafeindin Marine Le Pen als Staatschefin erspart hat. Am Abend wird der jüngste französische Präsident der Geschichte neben Kanzlerin Angela Merkel stehen und mit ihr die deutsch-französische Freundschaft beschwören. Es lebe Frankreich, Deutschland, Europa.

Merkel betont immer wieder, wie einmalig, historisch und zukunftsweisend die Beziehung dieser beiden Länder ist. Zwei Staaten, die einst Feinde waren, und dann aus Krieg Frieden und aus Hass Zuneigung gemacht haben. Schicksalsverbunden.

Wäre Le Pen nun an Macrons Stelle, hätte das Verhältnis gelitten. Jedenfalls hat die Anführerin der rechtsextremen Front National im Wahlkampf gegen Merkel Stimmung gemacht, ihr sogar vorgehalten, in Wahrheit würde sie nicht nur Deutschland, sondern Frankreich gleich mitregieren, so stark sei ihr Einfluss – und ihr Sparkurs – in der Europäischen Union.

CDU-Chefin Merkel jedenfalls ist erleichtert, dass der sozialliberale Macron die Wahl gewonnen und damit auch einen großen Rechtsruck in Europa verhindert hat. Man darf davon ausgehen, dass sie ihm den Start in dieses schwere Amt erleichtern will. Nicht auszudenken, wenn der Europafreund Macron scheitert. Dann wäre Le Pen schnell oben auf, lautet die Befürchtung in Berlin.

Vor einer Woche hatte Merkel noch zurückhaltend auf die Frage reagiert, ob sie auf Macrons Forderungen nach EU-Reformen und einer Reduzierung des deutschen Exportüberschusses eingehen werde. Nicht Deutschland müsse nun als erstes seine Politik ändern, sagte sie. Zeitgleich warb Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) bereits für einen deutsch-französischen Investitionsfonds. Deutschland habe viel von Paris profitiert, jetzt müsse sich Berlin revanchieren, lautete sein Credo.

Nun zeigt sich auch Merkel offen. Sie erklärte am vergangenen Donnerstag, sie wolle mit einem Investitionsprogramm auf den 39-jährigen Senkrechtstarter aus Paris zugehen und über weitere Maßnahmen zur Stärkung der Eurozone reden. Sie denke schon seit 2013 über ein Budget in der Eurozone nach, mit dem reformfreudigen Ländern geholfen werden solle. (dpa)

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  • Emmanuel Macron: dpa
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