6:0 gegen Norwegen: Löw erlebt eine «wunderschöne Geschichte»

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An dem Tag tritt die deutsche Fußball-Nationalmannschaft in der WM-Qualifikation beim Tabellenzweiten Nordirland (19 Punkte) an. Dann kann im direkten Duell endgültig das Direktticket für die WM-Endrunde im kommenden Sommer in Russland schon mit einem Unentschieden gebucht werden.

«Wir hatten es uns auf die Fahne geschrieben, das Publikum mitzunehmen und ihm Spaß zu machen. Es hat unglaublich viel Spaß gemacht, fußballerisch und atmosphärisch. 6:0 ist auch ein fantastisches Ergebnis», sagte Abwehrchef Mats Hummels. Mit dem dritthöchsten Sieg in der laufenden WM-Ausscheidung nach einem 8:0 und einem 7:0 jeweils gegen den Fußballzwerg San Marino festigte der Weltmeister nicht nur die Tabellenführung in Gruppe C (24 Punkte).

«Es war eine sehr schöne Reaktion auf das Ganze am Freitag. Es haben sich Zehntausende dagegen gestellt, was ein paar Idioten in Prag von sich gegeben haben», erklärte Hummels. 53 840 Zuschauer in der Mercedes-Benz Arena setzten nach den schockierenden Vorkommnissen auf der Tribüne gegen die Tschechen (2:1) ein friedliches und stimmungsvolles Fußballfest. «Es hat Riesenspaß gemacht zuzuschauen», sagte Löw: «Heute haben wir erlebt, wie schön Fußball sein kann.» In Prag hatten am Freitag rund 200 Pöbel-Fans mit Nazi-Parolen und verbalen Entgleisungen Empörung ausgelöst.

Der Weltmeister trug mit viel Lust, starken Kombinationen und einem herausragenden Timo Werner zu dem perfekten Abend bei. «Wir haben in der ersten Halbzeit brillant kombiniert und sehr viele Möglichkeiten herausgespielt», sagte der Bundestrainer. Mesut Özil, Julian Draxler, der zweimal erfolgreiche Werner sowie die nach der Pause eingewechselten Leon Goretzka und Mario Gomez erzielten die Tore.

Mit sechs Treffern in acht Länderspielen ist der 21 Jahre junge Werner im Sprint – seinem Markenzeichen – praktisch schon zu Deutschland Stürmer Nummer eins aufgestiegen. «Er wird die nächsten zehn Jahre in Deutschland im Sturm dominieren», sagte Mario Gomez (32). Auch Löw schwärmte vom Leipziger Shootingstar: «Er macht das, was dem Gegner extrem weh tut, was extrem schwer zu verteidigen ist. Er hat einen brutalen Zug zum Tor und Schnelligkeit.»

Auch mit seinem übrigen Personal war der Weltmeistercoach zufrieden. «Wir wollten einen anderen Spirit haben, es war das erste Heimspiel seit einer längeren Phase», erklärte Löw zum Unterschied zur Partie in Prag: «Wir haben viel Druck gemacht, was man in Tschechien vermisst hatte. Die Tore sind zwangsläufig gefallen.»

Bildquelle:

  • Löw_Timo_Werner: dpa
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